Royce Da 5′ 9“ – Success Is Certain [Review]

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Royce Da 5′ 9“ ist Gold gegangen! Zwar nicht mit seinem neuen Soloalbum Success is Certain, sondern mit seinem gemeinsamen Album Hell: The Sequel mit Eminem. Trotzdem hat er wohl spätestens jetzt die Aufmerksamkeit, die er sich so gewünscht hat und die er auch verdient. Ein denkbar passender Zeitpunkt, um mit Success is Certain der hungrigen Rapfangemeinde einen weiteren Knochen hin zu werfen.

Die Vorzeichen dazu konnten wir bereits Anfang des Jahres erahnen, als Royce sich nicht nur mit Eminem versöhnt hat, sondern als Teil der Rap-Supergruppe Slaughterhouse, bei ihm unter Vertrag genommen wurde. Nun steht das Album hier in Deutschland seit dem 02.09. im Laden und ich erzähle euch jetzt, warum ihr es euch zu Gemüt führen solltet.

Nach dem ersten Hören macht das neue Album von Royce Da 5′ 9“ einen sehr runden Eindruck. Mit elf Tracks in der Playlist läuft Success is Certain insgesamt nur knapp 41 Minuten im CD-Spieler – meiner Meinung nach viel zu kurz. Denn die Bandbreite des lyrisch mehr als durchschnittlich begabten MCs aus Detroit ist sicherlich noch nicht ausgeweidet. Die Produzenten DJ Premier, Streetrunner, Nottz und Alchemist steuern immerhin Beats hinzu, die Royce Da 5′ 9“ erlauben, sowohl auf Boombap, als auch auf modernen 808-Beats zu spitten.

Royce Da 5’9“ – Writers Block (ft. Eminem) x DJ Premier Remix from Capitol Agent Media on Vimeo.

Bereits in den ersten Tracks wird einem eine energiegeladene Portion Hardcorerap entgegen geschmettert. Unterstützt von Travis Barker am Schlagzeug und einem E-Gitarren Gedudel, beweist Royce, dass sich seine komplexen Reimstrukturen und Flexflows auf ebenso überladenen Beats wohl fühlen. Legendary funktioniert wunderbar als Opener, die Hook hat definitiv Mitsingcharakter und mit der gleichen Energie geht es in den nächsten Tracks weiter. Eminem unterstützt seinen Kollegen auf dem Hi-Hat-Gewitterbeat von Streetrunner nur im Chorus der ersten Singleauskopplung Writers Block, was aber völlig ausreicht. Royce killt den Beat, auch wenn ich die Version mit dem DJ Premier Beat ebenfalls sehr interessant finde. Absolute Reimdichte und königlichen Flow bringt Nickel Nine dann auf dem Track Merry Go Round, der sich an dem gleichnamigen ABBA Song für den Chorus bedient.

Ein nächster Höhepunkt ist dann nach dem selbst erklärenden und eher schwachen Track Where My Money und dem bitterbösen ER der Track On The Boulevard mit Nottz und Adonis. Neben der zwar nicht außergewöhnlichen aber doch bewegenden Story, ist vor allem die Hook sehr gut gelungen. Ebenso im folgenden Track I Ain’t Coming Down, der zusammen mit seinem Vorgänger ein wenig Ruhe in das bislang so aufwühlende Album bringt. Einer der persönlichsten und gleichzeitig der tragischste Track ist Security, der von dem 2006 verstorbenen Proof handelt und ebenfalls eine gesungene Hook beherbert. Es sind solche Tracks, die dem Album neben seinem Battlecharakter Persönlichkeit und Angriffsfläche liefern.

Eine weitere Single aus Success is Certain ist der eher durchschnittliche Second Place Track mit einem zwar soliden aber langweiligen Premo-Beat. Textlich schießt Royce hier zwar gegen seine Konkurrenz im Rapgame, trotzdem finde ich, mit der vorhergegangenen Energie und Emotionalität kann der Track nicht mithalten. Der nächste Fauxpas ist der folgende Track My Own Planet mit Joe Budden. Der Beat ist mir zu poppig und verkommt mit der gezwitscherten Hook leider zu einem clubbigen aber sicher nicht clubfähigen Song. Da rettet auch Joe Buddens gute Strophe nichts.

Abschließend kriegt Royce Da 5′ 9“ mit I’ve Been Up I’ve Been down nochmal die Kurve und rundet sein Album ab. Die kleinen Makel, die mir an Success Is Certain aufgefallen sind, lassen sich getrost als musikalische Vielfalt und Abwechselung abstempeln. Insgesamt hat mir das Album wirklich gut gefallen und ist sicherlich eins der besseren Releases des Jahres. Selten habe ich so viele gelungene Refrains auf einem Rapalbum gehört, ohne dass es peinlich wurde. Der Spannungsbogen bleibt auch nach diesem Album durch die Ankündigung eines Slaughterhouse Albums für dieses Jahr oben gehalten. Da ist der Erfolg wohl sicher.

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