28 Nights Sampler [Review]

28nightscover

Wie die Produzenten Recykill und Willowbeats schon im Interview gesagt haben, ist auf dem Bremer 28 Nights Sampler ein breites Spektrum an Musik vertreten. Demnach kann man gar nicht alles gut finden, wird aber auf jeden Fall einige Tracks und Künstler für sich entdecken.

Getragen und umrahmt wird das Gesamtprodukt von den charakteristischen Beats von Willow und Recykill. Man merkt den ausgereiften Klangteppichen an, dass beide schon lange produzieren. Besonders Recykill scheint gerne einen Mix aus langatmigen Basslinien und Samples zu verwenden, was seinen Sound oft sphärisch klingen lässt.

Die umfassende Einsicht in die Bremer (Untergrund-)Rapszene gefällt mir sehr gut. Klar sind an einigen Stellen Texte und Flows nicht ganz ausgereift und auch thematisch wird einem nicht jeder Track gefallen, aber so ist das nun mal bei einem Sampler. Ich habe mir das gute Stück mitlerweile gefühlte 100 Mal angehört und kann schon meine Lieblingstracks bestimmen.

Ich wohne jetzt seit etwa drei Jahren in Bremen, deswegen kenne ich auch viele Orte oder Personen, die in Tracks beschrieben werden. Kazooya haben einen Track über das bremer Viertel gemacht, der mich an viele Momente am berühmten Eck erinnert. Auch typische Representer wie Chilln mit der Bande von Lizey oder Alles Ich von Konfus, Lizey und Malle Mallorca gefallen mir sehr gut. Abwechselung bieten vor allem auch Could it be me von Flomega und Everything von Miss Flint, die dem straighten Rap ein wenig Soul und Funk einflössen und so das Ganze auflockern.

Heraus sticht natürlich das Feature von Kebap mit Havoc, welche zusammen eine wirklich gute Hook geschrieben haben. Havocs Part steht wohl sowieso außer Frage, Kebap bleibt mir textlich ein wenig zu platt, zeigt allerdings, dass er treffend auf dem Takt flowen kann. Meine persönlichen Favoriten auf 28 Nights sind der Battletrack The I the A the N von Ian Rian und Ich schreib von Den dein Chef (Dramadigs).

Ian Rian bringt seinen Frust über die Szene zum Ausdruck und bringt dabei eine solche Energie auf diesen deepen Beat von Willow rüber, dass es mich jedes Mal wieder mitreißt. Die Cuts von Dj Acute am Ende tun ihr übriges und runden den Song ab. Bei Ich schreib beeindruckt mich vor allem der Beat, der mir bestimmt schon einige zusätzliche Nackenmuskeln beschert hat.

Alle 28 Tracks einzeln zu beschreiben würde den Rahmen sprengen, da muss man sich schon selber ein Bild machen.

Fazit: Schwachstellen des 28 Nights Samplers sind wohl eher die, mit denen sich alle Kollektionen auseinander setzen müssen. Wenn man viele unterschiedliche Tracks hat, trifft man auch unterschiedliche Geschmäcker. Das kann aber gleichzeitig auch die Stärke sein. Gerade für Bremer ist dieser Sampler auf Grund einiger Representer ein Muss. Doch auch Leute von außerhalb können sich hier von der Bremer Szene überzeugen lassen. Ich bin mir sicher, dass Jeder ein paar Perlen für sich entdeckt.

Kaufen könnt ihr 28 Nights hier bei Musicload für 9.95 €. Wenn ihr auch weiterhin auf dem laufenden bleiben wollt, dann werdet Fan des Samplers auf Fakebook.

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